In einen Rechtsschreit verwickelt zu werden kann jeden passieren. Wird dieser Rechtsstreit vor Gericht ausgetragen, können im Falle einer Niederlage hohe Kosten drohen. Wer jedoch mit einer Rechtsschutzversicherung abgesichert ist, kann einem Streit vor Gericht gelassen entgegensehen. Um die Gerichtskosten muss sich eine Person keine Gedanken machen, die eine Rechtsschutzversicherung abgeschlossen hat. In den Leistungen sind jedoch die einzelnen Versicherungen sehr unterschiedlich.

Bei Rechtsschutzversicherungen ist besonders zu beachten:
– Familien und Erbrecht:
Gerade bei Scheidungen oder im Erbrecht sind Rechtsstreitigkeitsfragen keine Seltenheit. Die Versicherungen übernehmen hier meist nur die Erstberatungskosten. Des Weiteren muss hier bereits ein Erb- oder Scheidungsfall vorliegen. Bei unverbindlichen Informationen werden die Kosten nicht erstattet. Streitfälle bei Unterhalt oder Scheidungen werden oftmals komplett vom Versicherungsschutz ausgeschlossen.

– Schadensersatz:
Wird nach einem Umfall auf Schadensersatz geklagt, bekommt die Kosten von der Rechtsschutzversicherung ersetzt. Bei Abwehr von unberechtigten Ansprüchen zahlt die Versicherung dagegen nicht. Hier ist eine private Haftpflichtversicherung erforderlich. Ebenfalls ist das Urheberrecht generell ausgenommen. Daher wird bei illegalen Downloads aus dem Internet nicht bezahlt.

– Streitigkeiten mit dem Finanzamt:
Beispielsweise bei Streitigkeiten bezüglich der Einkommenssteuer werden die Kosten übernommen. Kostenübernahme bei Einspruch des Steuerbescheides wird jedoch nur bei guten Tarifen übernommen.

– Streitigkeiten mit dem Arbeitgeber:
Bei Kündigung oder bei einem schlechten Arbeitszeugnis besteht Versicherungsschutz. Wird der Betroffene jedoch durch einen Aufhebungsvertrag gekündigt, werden die Kosten nicht von allen Versicherungen übernommen.

– Wohnungs- und Grundstücksrecht:
Wurde in der Polizze ein Mietrechtsschutz vereinbart, zahlt die Versicherung den Rechtsschutz. Streitigkeitsfragen im Bereich Baurecht sind jedoch ausgeschlossen. So sind beispielsweise Fehler eines Architekten vom Versicherungsschutz ausgeschlossen.

Wer eine Rechtsschutzversicherung besitzt, sollte jedoch vor Inanspruchnahme genau überlegen, ob sich der Einsatz der Versicherung aus wirklich lohnt. Bei oftmaliger Verwendung der Versicherung kann eine Kündigung des Versicherers die Folge sein. Des Weiteren werden die Kosten oftmals nicht übernommen, insbesondere bei Rechtsstreitigkeiten mit geringen Erfolgschancen. Die Deckungszusage wird hier meist abgesagt.